Chinesen nutzen Ford-Werk in Spanien: Ford verkündet Joint-Venture mit Geely

Ford gründet Joint Venture mit China-Partner
Geely nutzt Ford-Werk in Spanien

ArtikeldatumVeröffentlicht am 23.07.2026

Ford und Geely wollen in Europa zusammen Autos bauen und gründen dafür ein gemeinsames Produktionsunternehmen im spanischen Valencia. Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen soll das Joint Venture im ersten Halbjahr 2027 starten. Ab 2028 sollen dort neue Modelle beider Hersteller für den europäischen Markt gefertigt werden. Ford hält 66 Prozent der Anteile, Geely übernimmt 34 Prozent.

Ford-Werk wird Geely produzieren

Im Mittelpunkt der Kooperation steht die bessere Auslastung des Ford-Werks in Almussafes bei Valencia. Die Fabrik verfügt über eine Kapazität von rund 500.000 Fahrzeugen pro Jahr, war zuletzt jedoch nur noch teilweise ausgelastet. Durch die gemeinsame Produktion wollen beide Unternehmen die Fertigungskosten senken und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts erhöhen. In der Zwischenzeit bleibt die dortige Produktion des Ford Kuga während der Übergangsphase bestehen.

Gleichzeitig ist das Joint Venture wohl Ausgangspunkt für eine weitreichende Kooperation des chinesischen Konzerns, zu dem schon Marken wie Volvo, Polestar, Lotus oder Zeekr gehören. Denn Ford stellte bereits im Mai dieses Jahres seine Modellstrategie für die Jahre bis 2029 vor, die einen elektrischen Fiesta-Nachfolger und einen kleinen E-SUV aus einer Kooperation mit Renault (R5 und R4) vorsah. Außerdem einen SUV im Bronco-Stil auf einer Ford-Plattform und zwei Multi-Energie-Crossover auf einer gemeinsam mit einem Partner entwickelten Architektur. Dieser Partner ist nun wohl Geely.

Geely gewinnt "zollfreie" Produktionskapazität

Offiziell bestätigt Ford zunächst nur einen der beiden Crossover: "Das neue Joint Venture wird Multi-Energy-Pkw der Marken Ford und Geely für den europäischen Markt produzieren:

  • Ford Kuga (Produktion läuft unterbrechungsfrei weiter)
  • ein neues Multi-Energy-Modell der Bronco-Familie
  • einen völlig neuen Ford Multi-Energy-Crossover, entwickelt mit Geely
  • zwei elektrische SUVs von Geely

Für Geely hat die Fertigung in Spanien wirtschaftliche Vorteile: Fahrzeuge, die innerhalb der Europäischen Union produziert werden, unterliegen nicht den zusätzlichen EU-Ausgleichszöllen auf in China gebaute Elektroautos. Eine lokale Produktion bringt damit entsprechende Kostenvorteile im Wettbewerb. Mehrere chinesische Hersteller verfolgen inzwischen ähnliche Strategien und bauen ihre Fertigungskapazitäten in Europa aus oder planen entsprechende Werke.

Eines der zwei vollelektrische Geely-SUV aus Valencia dürfte der bereits von Geely in Deutschland angebotene Kompakt-SUV E5 sein. Ein weiterer Kandidat ist das kleine Elektroauto Geely E2, in dessen preissensiblem Segment eine europäische, strafzollfreie Produktion besonders wichtig wäre. Die neuen Ford-Modelle mit sogenannten Multi-Energy-Antrieben können je nach Markt als Vollhybrid, Plug-in-Hybrid, oder wohl mit Range-Extender angeboten werden.

Ford-Crossover aus Geely-Entwicklung

Für Ford ist das Gemeinschaftsunternehmen Teil einer umfassenderen Neuaufstellung des Europageschäfts. Der Hersteller setzt dabei verstärkt auf Kooperationen, um Entwicklungskosten und Investitionen auf mehrere Partner zu verteilen. So baut Ford in Köln die E-Autos Capri und Explorer, die auf dem Modularen Elektrobaukasten (MEB) von Volkswagen basieren, kooperiert wie beschrieben für kleine E-Auto-Modelle mit Renault und baut den Transit City (siehe Bildergalerie) mit Jiangling Motors (JMC). Auf Ford-Plattformen stehen aktuell noch der Kuga und der Puma (Gen E). Letzterer kommt in beiden Antriebsversionen wie der Transit aus Craiova (Rumänien). Wie lange noch, ist unklar. Denn der Puma kam 2019 auf den Markt, der klassische 7-Jahres-Modellzyklus wäre daher dieses Jahr zu Ende. Aber das Modell verkaufte sich bislang mehr als eine Million Mal und immer noch gut. Allein in Deutschland setzte Ford im ersten Halbjahr 8567 Puma ab, davon 5.931 mit Benzin- und 2.636 mit Elektroantrieb.

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