Wie Great Wall Motor in Europa durchstarten will

Im Gespräch
„Unser Angebot richtet sich nach den Kunden“

ArtikeldatumVeröffentlicht am 05.11.2026
„Unser Angebot richtet sich nach den Kunden“

Auf dem Tech Day in Mailand haben Sie zahlreiche Modelle für den hiesigen Markt angekündigt. Ein reines Elektromodell war aber nicht darunter. Warum?

Das Package des neuen Haval H7 eignet sich durchaus für Elektroantrieb, allerdings kostet das kastenförmige Design auch etwas Reichweite. Darum arbeiten wir derzeit an einer neuen Batteriegeneration, die kompakter baut und eine wettbewerbsfähige Reichweite ermöglicht. In China wird die BEV-Version schon Mitte 2027 auf den Markt kommen, für Europa können wir noch kein genaues Startdatum nennen. Unser Angebot soll aber auch hier grundsätzlich alle Antriebsarten umfassen, von daher sind weitere Elektromodelle definitiv ein Muss.

Woher beziehen Sie die Batterien für Ihre BEV-Modelle?

Die Mehrzahl der Akkus, etwa 60 Prozent, kommt von unserem Tochterunternehmen SVolt (2018 ausgegliedert, Anm. d. Red.), der Rest vom Zulieferer CATL.

Wie beeinflusst die europäische Gesetzgebung Ihre strategischen Entscheidungen zu Antriebsoptionen?

Wir beobachten die Entwicklung aufmerksam. Unser Angebot richtet sich aber primär nach den Wünschen der Kunden. Da wir weltweit alle gängigen Antriebsoptionen anbieten, vom reinen Verbrenner über Hybride und Plug-in-Hybride bis hin zu reinen E-Antrieben, besitzen wir die Flexibilität, schnell auf Änderungen bei der Nachfrage reagieren zu können.

Welche Rolle spielt für Sie dabei eine Fertigung in Europa?

Wir werden schon im ersten Quartal 2027 mit der Produktion unseres Modells Ora 5 in Bulgarien beginnen, später wird auch der Haval H7 dort vom Band laufen. Dazu arbeiten wir wie schon in der Vergangenheit mit dem lokalen Partner Bulgaria Automotive Industry zusammen. Die jährliche Produktionskapazität liegt bei zunächst 50 000 Einheiten.

Das klingt vergleichsweise bescheiden, gemessen an manchem Wettbewerber…

Das entspricht unserer Planung für die erste Phase. Sollte sich herausstellen, dass die Nachfrage wesentlich höher ausfällt, ist es einfach, die Kapazität zu erweitern. Aber wir wollen keine falschen Versprechungen machen, sondern lieber schrittweise wachsen.

Welche Ziele haben Sie mit GWM für Europa in den nächsten Jahren?

Die chinesische Autoindustrie hat ursprünglich stark von Investitionen aus dem Westen profitiert. Nun gehen wir diesen Weg selbst und investieren etwa in Europa. Wir wollen uns auf allen Märkten, in denen wir tätig sind, einbringen und glauben fest an das Prinzip "local for local".