Zunächst ist eine neue Technologie, die Kosten senkt und die wir erstmalig anwenden. Man kann damit noch mehr Teile fertigen. Es ist sehr wichtig, Teil dieser Entwicklung zu sein.
Absolut, in erster Linie durch das niedrigere Kostenlevel. Aber der echte Gamechanger ist in meinen Augen die zentrale Computerarchitektur im EX60, mit der wir die domainbasierte Elektronik mit vielen dezentralen Steuergeräten hinter uns lassen. Das erlaubt es uns, Software viel schneller zu entwickeln. Ich denke, das ist neben dem Megacasting ein Gamechanger, wie auch der direkte Einbau des Antriebsakkus ins Chassis.
Bei der Elektronik geht es um Entwicklungsgeschwindigkeit. Wenn man mit vielen Zulieferern arbeitet, hat jeder seine eigene Blackbox. Wenn Du eine Verbesserung willst, musst Du mit denen reden, das Problem schildern und auf die Antwort warten. Wenn Du das selbst kontrollierst, redest Du einfach mit dem Programmierer und bittest ihn, das zu ändern. Das passiert dann in ein paar Tagen. Die Entwicklungsgeschwindigkeit ist hier der Gamechanger.
Den EX60 erfolgreich auf den Markt zu bringen und dass die Kunden damit zufrieden sind. Immer mehr Leute sollen sagen: Wow, dieses Elektroauto ist eine echte Alternative für mich. Es sind zu viele noch zu skeptisch, weil sie vielleicht zu lange Strecken fahren. Wenn sie aber in diesem Wagen sitzen, werden sie merken: Ok, so dramatisch ist das alles gar nicht. Du stoppst und lädst und der Anschaffungspreis ist auch akzeptabel. Um zu wachsen, müssen wir unsere loyalen Kunden halten, aber auch neue dazugewinnen. Ich glaube, dafür ist der EX60 so wichtig.
Vielleicht in der Hinsicht, dass Europa nicht aufgibt und nicht aufgehört hat, eigene Autos zu entwickeln. Volvo ist da absolut auf dem richtigen Weg. Europa muss handeln. China hat uns klar gemacht: Wenn ihr es nicht macht, machen wir es. Die einzig richtige Antwort darauf ist, eigene, zukunftsfähige Auto zu entwickeln: elektrisch, softwarebasiert und zu einem angemessenen Preis. Vielleicht ist das ein Vorbild oder eine Herausforderung für die anderen. Mit Subventionen oder Kaufanreizen allein kommt man jedenfalls nicht weiter.
Selbstverständlich bauen wir dieses Auto in Europa! Die Produktion in China geht immer mehr in die Richtung "China für China". Wenn wir denken, dass Autos, die in Europa entwickelt wurden, automatisch gut genug für China sind, ist es für uns Europäer sehr schwierig, auf dem chinesischen Markt Fuß zu fassen. Mit Geely haben wir die einmalige Möglichkeit, bei den in China produzierten Autos zusammenzuarbeiten. Die Software muss zwischen Ost und West klar abgegrenzt sein. Aber die Hardware aus China hilft uns bei den Kosten.
Die Elektrifizierung wird weiter vorankommen. Erstens, weil es bessere Autos sind, die den Verbrauchern gefallen. Zweitens ist der Preis pro Kilometer niedriger. Ich glaube, daran werden die Leute denken, wenn sie tanken müssen. Und drittens sind die Autos gut für die Umwelt. Man kann also ein besseres Auto fahren, weniger Kosten pro Kilometer haben und zugleich die Umwelt schützen. Das ist eine echt gute Balance.
Ja, wir sind da sehr zuversichtlich. Es gibt zwei Arten von Autoproduzenten auf der Welt: diejenigen, die solche schmerzhaften Erfahrungen hinter sich haben und solche, die das noch vor sich haben. Wir sind sehr froh, das hinter uns zu haben.
Wir wollen sicherstellen, dass die jetzt beginnende nächste Volvo-Generation weiterhin in einem attraktiven, einzigartigen Volvo-Look gestaltet wird. Einen Volvo soll jeder aus hundert Metern Entfernung erkennen können. Für unser letztes Volvo-Premium-Gesicht hat Thomas das schon sehr gut gemacht. Jetzt geht es darum, Volvo ein elektrisches Gesicht zu geben, aber in dem unverwechselbaren Volvo-Design.
Ich glaube nicht, dass wir in Zukunft nur SUV sehen werden, sondern, dass wir auch kleinere, flachere Autos brauchen und dass die "Big-Block-SUV" aus aerodynamischen Gründen verschwinden werden. Und wenn es sie doch noch geben sollte, dann mit weicherem Design. Ich wäre schon sehr überrascht, wenn wir in zehn Jahren nur noch SUV haben werden. Am Ende ist es aber eine Geschmacksfrage.
