Freitag, 24.4., 17:15 Uhr (CST), gs
BYD-Chefin Stella Li über den Absatzeinbruch im ersten Quartal
BYD-Chefin Stella Li bestätigt im Gespräch Brandstätters Einschätzung. Der BYD-Absatzeinbruch im ersten Quartal sei vor allem von Januar und Februar geprägt, inzwischen ginge er wieder steil nach oben. Als Gamechanger für die E-Mobilität sieht sie das sogenannte Flash-Charging (s.u. 23.4.). Damit könne man ähnlich schnell laden wie tanken und der größte Hemmschuh bei der Nutzung von E-Autos wäre beseitigt. Gefragt, warum die Elektromobilität nicht mehr im Fünfjahresplan der chinesischen Regierung stünde, meint sie: Das bedeute, die Regierung sei überzeugt, die Förderung der Elektromobilität sei nicht mehr nötig. Die Technologie werde sich durchsetzen, der Markt regle das und die Regierung könne ihre Aufmerksamkeit auf andere wichtige Zukunftsfelder richten.

BYD-Chefin Stella Li ist überzeugt, dass das Autoland China langfristig elektrisch fährt.
Freitag, 24.4., 16.15 Uhr (CST), gs
Volkswagen-China-Chef Brandstätter über E-Autos
Im ersten Quartal 2023 hatte Volkswagen die Marktführerschaft in China an BYD verloren. Im ersten Quartal 2026 wechselt sie erstmals wieder zurück an den deutschen Konzern. Dessen China-Vorstand Ralf Brandstätter wehrt Glückwünsche ab – "das ist nicht wichtig" – und verweist auf den Grund: In China ist Förderung für E-Autos ausgelaufen. Vor allem günstige Fahrzeuge hatten davon stark profitiert. Die fehlenden Anreize führten bei BYD in den ersten Monaten des Jahres zu einem Absatzrückgang von 40 Prozent. Der chinesische Hersteller baut ausschließlich so genannte New Energy Vehicles (NEV), also E-Autos und PHEVs. Brandstätter ist sich sicher, dass der E-Autoanteil an den Neuzulassungen wieder steigen wird. An Tankstellen in Zhengshou lag der Spritpreis bei umgerechnet 1,14 bis 1,29 Euro, die kWh Strom kostet hingegen in China lediglich 7 Cent. Brandstätter: "100 km mit einem Verbrenner kosten also um die 9 Euro, im E-Auto aber nur etwa 1,50 Euro". Darum startet VW eine Offensive mit neuen E-Modellen und stellt auf der Messe zum Beispiel den ID.Unyx 09 und den ID.Era vor. Brandstätter rechnet damit, dass 2030 der Anteil an NEV an den Neuzulassungen in China bei etwa 80 Prozent liegen wird.
Freitag, 24.4., 11:00 Uhr (MESZ), bp
VW-Chef Blume optimistisch, Nio tanzt
Die Peking Auto Show hat eröffnet – aber wer auf eine Ansammlung von Kuriositäten wie in der Vergangenheit wartet, hat sich getäuscht. Das Messegelände ist extrem weitläufig und hochmodern ausgestattet. Durch alle Hallen hindurch beläuft sich der Fußweg auf mindestens 15 Minuten. Vorbei an Ständen, die mal riesengroß und mal eher klein gebaut sind.
Misst sich Selbstvertrauen in Standfläche, dann ist NIO ganz vorne dabei: Der chinesische Innovationstreiber mit Batteriewechselkonzept nimmt trotz gewaltiger finanzieller Probleme eine ganze Hallenhälfte in Anspruch und lässt einen NIC ET9 zur Musik zur Vivaldi auf Augenhöhe mit einem Roboter tanzen.

Auf dem Messestand von Nio tanzt ein Roboter im weißen Hemd.
Den chinesischen Besuchern gefällt die Liveshow, Oliver Blume als VW-Konzernchef hat derweil andere Sorgen. Doch trotz vieler Negativschlagzeilen in Europa strahlt er Ruhe und Zuversicht aus. Mehr noch, er sieht das Unternehmen mittlerweile wieder auf Kurs: "Der VW-Konzern ist oberhalb der Wasserlinie," erzählt er zum Messeauftakt, nachdem alle wichtigen Pressekonferenzen von Audi, VW und Porsche gelaufen waren.
"Wir können wieder anders agieren, weil wir unsere Hausaufgaben gemacht haben." Der Vorteil bestehe darin, so Blume, dass man in China mittlerweile ganz vorne dabei sei, weil man mit chinesischen Prozessen, Methoden und Technologien arbeite. "Ich sehe da keine größeren Herausforderungen mehr." Ein Satz, den man mit Blick auf den schwierigen chinesischen Markt vor kurzem so nicht erwartet hätte. Schließlich sind die Herausforderungen im Reich der Mitte riesig: Auch hier kämpfen alle mit Überkapazitäten, aber auch mit der anhaltenden Immobilienkrise und einer vor allem bei jungen Leuten wachsenden Arbeitslosigkeit: "Die große Herausforderungen am Markt besteht darin, dass es allein in diesem Jahr 200 Neuheiten geben wird," sagt Blume.

VW-Chef Blume spricht in China.
Mit Blick auf Deutschland und Europa will Blume Produktionskapazitäten reduzieren und Werke wie Osnabrück neu auslasten: "Da werden wir auch weiterdenken und uns auch auf Verteidigungsthemen oder militärischen Transport konzentrieren." Und weiter:"Wir werden keine Waffensysteme machen, das sei erst einmal vorangestellt. Aber ich denke, als Volkswagen können wir unseren Beitrag für unsere gesamte Gemeinschaft bilden für Deutschland, aber auch für die NATO. Militärischen Transport machen wir ja heute schon mit Lkw bei MAN. Aber man kann das für die Zukunft noch einmal weiterdenken. Wir haben Pkw, wir haben Busse im Angebot und sind natürlich auch im Austausch mit dem Verteidigungsministerium. Wenn dort unser Know-how in Richtung Transport gefragt ist, dann stehen wir dort natürlich auch parat, weil wir uns da auch in der Verantwortung des Staates sehen. Ich halte das, was jetzt an Verteidigungsstrategie aufgesetzt wird, für absolut richtig, weil sich die geopolitische Lage einfach verändert hat."
Und die anderen Marken des VW-Konzerns, zum Beispiel bei Audi? "Da haben wir noch etwas zu tun, was aber auch auf einen Zeitversatz von rund einen Jahr gegenüber den Maßnahmen, die wir bei VW bereits umgesetzt haben, zurückzuführen ist." Außerdem, so Blume, sei Audi in China nach wie vor erfolgreich, als deutscher Premiumhersteller auch vor Mercedes und BMW. "Bei Porsche gehen die Schwierigkeiten auf den in China in den letzten Jahren um bis zu 80 Prozent eingebrochenen Luxusmarkt zurück. Aber wir bekommen gerade sehr positives Feedback zum Cayenne." Der feierte auf der Peking Auto Show als Coupé Electric seine Weltpremiere.
Blumes Fazit am Rande der Messe: "Wir werden uns jetzt auch nicht auf dem Erreichten ausruhen, sondern arbeiten mit voller Intensität weiter. Wir haben eine Riesen-Verantwortung – nicht nur für unser Unternehmen, sondern für Deutschland und Europa." Wenn die Strategie des Konzerns aufgeht, braucht es kein tanzendes Auto und keinen tanzenden Roboter. Nicht mal einen Stand im XXL-Format. Dann reicht ein gutes Produkt.
Donnerstag, 23.4., 17:30 Uhr (MESZ), bp
Ende 2026 kommt der Smart #2 zu uns
Seien wir ganz ehrlich: Die Wiederbelebung der Marke Smart mit Geely als Partner hat bislang nur mäßig funktioniert. Mit Smart verbinden die Menschen zunächst einmal keinen Kompakt-SUV wie den #3, sondern vor allem einen kompakten Zweisitzer. So wie das Original, das 1997 seine Weltpremiere feierte und als Urban City Concept seiner Zeit viel zu weit voraus war. Und, was dem Erfolg des Autos zusätzlich im Wege stand: Bei Mercedes spielte der kleine Hecktriebler damals allenfalls die Rolle eines ungeliebten Stiefkindes. Es war halt ein Auto ohne Stern.

Ausblick auf den Smart #2 in Peking.
Dennoch hat sich das Modell eine Fangemeinde erschaffen, die sicher Jubeln dürfte, wenn es ab Ende 2026 auch in Deutschland wieder den Zweisitzer gibt – von dem es perspektivisch übrigens auch wieder eine Cabrio-Variante gibt. In Peking wurde – begleitet von einer Trendwende K-Pop-Band unter dem Jubel der überwiegend chinesischen Journalisten, schon zwei Tage vor Messeeröffnung das Tuch von der Studie gezogen, die sich optisch eng an dem orientiert, was wir aus der Vergangenheit kennen – und mit einer Länge von 2,79 Meter auch weiterhin sehr kompakt. Klar, modernisiert und mit mächtigen Radläufen ausgestattet und hier auch noch ohne Cockpit. Der Innenraum wird zum ersten Mal bei der Präsentation des Serienmodells auf der Paris Auto Show im Oktober gezeigt. Für Smart-Europachef Wolfgang Ufer ist das Auto der Hoffnungsträger schlechthin, auch wenn der Markt für rein elektrisch betriebene Einstiegs-Autos in den nächsten Monaten viele Neuzugänge verzeichnen wird. Ufer nennt noch keine Zahlen, weder zu Preis noch zu Stückzahlen. Aber gehen wir davon aus, dass hier der neue Bestseller der Marke vor uns steht. Smart-Fans würde es freuen.
Donnerstag, 23.4., 10:15 Uhr (CST), gs
Super schnelles Laden von BYD
BYDs Batterien kompensieren (nicht ganz) die geringere Energiedichte ihrer LFP-Zellchemie mit intelligentem Packaging: Die Zellen sind in bis zu gut 90 Zentimeter lange Paneele gepackt und diese wiederum stecken wie Klingen eines Nassrasierers im Gehäuse. Die neue, zweite Generation übersteht laut BYD klaglos Ladeleistungen von 1.500 kW über weite Bereiche des Ladevorgangs. Damit sollen die binnen 9 Minuten erledigt sein (von 10 bis 97 % SoC). Die entsprechenden Ladesäulen mit 100 kW können die hohe Leistung dank zweier Pufferbatterien mit je 185 kWh Kapazität bereitstellen. Eine solche Säule steht neben dem BYD-Technikmuseum in Zhengshou. 20.000 davon will BYD in China bauen, 5.500 stehen angeblich schon, 3.000 wollen die Chinesen in Europa errichten, davon 300 in Deutschland.

Megawatt-Charging für Pkw: Eine BYD-Flash-Charging-Säule mit zwei Pufferspeichern in Zhengshou.
Mittwoch 22.4., 11:00 Uhr (CST), gs
Besuch im BYD-Werk in Zhengshou
In Zhengshou hat BYD sein größtes Werk. Bis zu 1.000 Autos pro Tag soll es produzieren können. Es erstreckt sich angeblich über eine Fläche so groß wie das innere Stadtgebiet von San Francisco. Beim Besuch wirkt es entsprechend riesig, aber wenig modern. Neben zahlreichen Schweißrobotern arbeiten hier vergleichsweise viele Menschen, Qualitätskontrollen von Menschenhand statt per KI sind an etlichen Stellen zu sehen. Was BYD auszeichnet: Praktisch alles macht das Unternehmen selbst: Im Presswerk zeigen die Chinesen, dass die Werkzeuge für den Karosseriebau hier in den Hallen von Zhengshou entstehen, in Choungching steht die Gigafactory für die Blade-Baterien, die nicht nur Pkw, sondern auch Busse, Lkw oder Gabelstapler aus eigener Produktion antreiben. Und die 8 Roll-on-Roll-off Autotranporter, die bis zu 9.000 Fahrzeuge in alle Welt transportieren können, baut BYD zwar nicht, betreibt sie aber selbst.
Dienstag, 21.4., 13:00 Uhr (CST), gs
Yangwang U8: Schwimmender Geländewagen
Auf seinem Testgelände hat BYD einen Pool installiert. Eine Rampe führt in bis zu 1,60 Meter tiefes Wasser. Das Bassin dient nicht der sportlichen Betätigung der Mitarbeiter, sondern der Demonstration der Fähigkeiten des Geländewagens Yangwang U8. Der Geländekoloss fährt mit geöffneten Seitenscheiben die Rampe hinunter, bis das Wasser über hoch aufragende Motorhaube schwappt. Wer dabei erstmals mitfährt, drückt unwillkürlich auf die beifahrerseits nicht vorhandene Bremse, um den Untergang des leer fast 3,5 Tonnen schweren Fahrzeugs und den eigenen abzuwenden.

BYD verspricht, dass der U8 mindestens eine halbe Stunde schwimmen kann. Offiziell gedacht für Notfälle wie Überschwemmungen taugt das Feature auch zur Demonstration der Leistungsfähigkeit. Bei internen Tests soll der Geländewagen auch mehr als sieben Stunden ohne Probleme geschwommen sein.
Aber das Auto fährt einfach weiter, verliert den Boden unter den Rädern – und schwimmt. Die Räder drehen sich weiter und lassen das Wasser blubbern. Angetrieben von vier E-Motoren mit je 299 PS zieht der Offroader wie ein kleines Boot in einem Vergnügungspark seine Kreise. Nicht genug, dass dazu Fahrerkabine und die E-Maschinen offsichtlich gut gekapselt sind: Der U8 ist ein Plug-in-Hybrid und hat zudem einen 4-Zylinder-Benziner an Bord. Damit der kein Wasser zieht, braucht das Luxusauto nicht mal den Expeditionsfahrzeugen bekannten Schnorchel – die Luftansaugung ist unauffällig unterhalb der Frontscheibe integriert.
Dienstag, 21.4., 12:35 Uhr (MESZ), bp
Südkorea: Maybach trifft E-Mobilität
Es gab viele triftige Gründe, warum Mercedes die Party für die Weltpremiere der neuen elektrisch betriebenen C-Klasse in Seoul/Südkorea steigen ließ: Die Regierung fördert hier die E-Mobilität, ein entsprechendes Programm wurde in diesem Jahr noch einmal um über 30 Prozent auf rund 660 Millionen US-Dollar gesteigert. Ende 2025 waren hier rund 2,6 Millionen Hybridmodelle und 900 000 reine E-Autos zugelassen, das entspricht einem Anteil am Gesamtbestand von 9,6 bzw. 3,4 Prozent.
Vor allem die Maybach-Varianten sind hier beliebt. Während sie auf deutschen Straßen nur selten zu sehen sind, gehören die luxuriösen Varianten, besonders von S-Klasse und GLS hier zum Straßenbild. Im Sommer 2025 hat Mercedes sein weltweit 1. Maybach Center in Herzen von Seoul auf einer Fläche von 2795 qm eröffnet und das sogenannte "Retail of the Future"-Direktsystem eingeführt: Der (Einheits-)Preis für die Autos wird hier über den Hersteller zentral vorgegeben und der Bestand landesweit gebündelt und digital für jedermann einsehbar dargestellt. Der Händler übernimmt so die Rolle einer Service- und Beratungsstelle, Rabatte entfallen.
Korea ist ein Land, das sich auch für die Weiterentwicklung des automatisierten Fahrens starkmacht und auch deshalb für Mercedes attraktiv ist. Entwicklungsvorstand Jörg Burzer hat diese Technologie zuletzt auf Level 2++-Niveau bei einer Fahrt mit der S-Klasse über die Golden Gate-Bridge in San Francisco erprobt, wie er am Rande der Weltpremiere erzählt hat.
Mercedes demonstriert hier auch die Nähe zu Zulieferer Samsung, denn der Elektronik-Spezialist hat viel Technik für die neue C-Klasse geliefert. Kein Wunder, dass Vertreter des Führungsmanagements sich auch auf der Weltpremiere blicken ließen, die zusätzlich durch die Performance der K-Pop-Stars Jeon So-mi und besonders Zico geprägt wurde. Ola Källenius: "Wir werden unser Welcome-home-Feeling in diese Städte bringen". Der Erfolg von Maybach zeigt, dass diese Hoffnung berechtigt ist.
Dienstag, 21.4., 07:00 Uhr (CST), gs
BYD-Testgelände in Zhengshou
BYD hat rund 100 Journalisten aus Europa nach Zhengzhou eingeladen. Die Stadt empfing sie heiter bis sonnig mit angenehmen 20 Grad. Der erste Tag mit Programm allerdings beginnt regnerisch und windig mit 12 Grad. Der Bus bahnt sich erstaunlich agil seinen Weg durch den nassen Berufsverkehr, kommuniziert per Hupe mit anderen Verkehrsteilnehmern und hat wenig Respekt vor geringen Abständen nach allen Seiten. Trotzdem dauert es fast eine Stunde zum 2025 neu errichteten Erprobungszentrum mit Rundkurs, Rutschflächen und einer Sandrampe zum Testen der Steigfähigkeit gebaut. Sie ist 29,6 Meter hoch, steigt in einem Winkel von 28 Grad und bedeckt eine Fläche von gut 3.600 m².

Für die größte und höchste Indoor-Sanddünen-Simulationsanlage hält BYD den Guinness-Weltrekord.
Das Gelände ist weitläufig, zahlreiche Gebäude sind auf Stationen der Erprobungsfläche verteilt das Empfangsgebäude hat vier Stockwerke, im Erdgeschoss gibt eine Ausstellungsfläche von der Größe eines Fußballfeldes in der Mitte den Blick zur Decke frei, im dritten Stockwerk erlaubt eine Terasse die Beobachtung der Rundstrecke.

Der Blick von der Terrasse des Zentralgebäudes gibt einen Eindruck von der Weitläufigkeit des BYD-Testgeländes. Insgesamt erstreckt es sich auf einer Fläche von fast 20 ha.
Zahlreiche Ladesäulen neben dem Hauptgebäude warten auf E-Autos mit leeren Akkus – will sagen: auch wenn alles neuwertig wirkt, ist das Baujahr 2025 schwer zu glauben. Man würde vermuten, dass in Deutschland allein seine Genehmigung länger gedauert hätte als in China Bau und Fertigstellung.
Montag, 20.4., 18:00 Uhr (MESZ), bp
Hyundai und Mercedes tauschen sich aus
Seoul, dieses Mal im 5. Stock eines grossen Hotels in Szeneviertel Gangam: Der neue Mercedes-Entwicklungsvorstand Jörg Burzer erzählt am Rande eines Roundtable-Gesprächs mit Journalisten, dass er bereits als Produktionsvorstand in Korea vorbeigeschaut hat. Konkret ging es um Erfahrungsaustausch mit Hyundai, besonders im Bereich der Prozessdigitalisierung. Natürlich im Rahmen dessen, was der Gesetzgeber kartellrechtlich gestattet. Im Gegenzug hat sich Hyundai auch in der Factory 56 in Sindelfingen umgeschaut – ganz offiziell. Gut zu wissen, dass zugunsten der Kunden weltweit auch hier ein Austausch stattfindet.
Montag, 20.4., 13:00 Uhr (MESZ), Birgit Priemer (bp)
C-Klasse-Premiere: Ola Källenius als Autoverkäufer
"Mein Ziel ist, Ihnen heute selbst ein Auto zu verkaufen," startet Mercedes-Chef Ola Källenius die Veranstaltung in Seouls angesagtem Szene-Viertel Gangam. Korea, so führt er weiter aus, "ist ein unglaublich wichtiger Markt für uns". Nach China, USA, Deutschland und Großbritannien rangiert das Land auf Rang 5 der Mercedes-Märkte – und ist besonders für seine hohe Nachfrage im Maybach-Segment bekannt.

Ola Källenius präsentiert die C-Klasse EQ - nicht im Gangnam-Style, aber in Gangnam im Regen auf einer Dachterasse.
"Das Auto ist ein Raumwunder," erläutert Källenius anhand der neuen elektrischen C-Klasse auf der Dachterrasse. "Und es ist die praktischste C-Klasse, die wir bei Mercedes je gemacht haben." Was den Chef neben anderen Vorzügen wie hoher Reichweite, Hinterradlenkung und vorausschauend agierender Luftfederung besonders beeindruckt: "Die E-Version der C-Klasse hat eine per App steuerbare Standkühlung. Das kann selbst bei den heißen Sommern in Stuttgart sehr hilfreich sein. Beim Verbrenner gibt es nur eine Standheizung."

Das weiß lackierte Modell bewies gleich mal, dass es regenfest ist.
Sprach's, klappte den Regenschirm ein, versprach zum Abschluss noch ein Preisniveau in der Region einer in etwa gleich ausgestatteten C-Klasse mit klassischem Antriebskonzept und verließ den Raum Richtung erster Mercedes-Weltpremiere in Korea. Ob er dabei seine Gäste an diesem Nachmittag schon vom Kauf des neuen Modells überzeugen konnte, blieb dabei offen.
Montag, 20.4., 0:00 Uhr (MESZ) bzw. 6:00 Uhr Ortszeit, gs
Anreise nach China
Trotzdem gehört zur Reise über Rom noch ein Zwischenstopp in Chengdu, Hauptstadt der Provinz Sichuan in der Provinz Südwestchina, was auf der Karte wiederum eher nach südlichem Zentralchina aussieht. Chengdu könnte mancher schon mal in den Nachrichten gehört haben – nicht weil die Stadt ihre Einwohnerzahl seit 1950 von etwa 650.000 auf gut 13,5 Millionen im Jahr 2020 gesteigert hat – ein Wachstum, das viele Millionenstädte Chinas ähnlich oder krasser aufweisen. Aber mit seiner Forschungs- und Zuchtstation für Panda-Bären nennt sich Chengdu "Panda-Hauptstadt" und steht im Medieninteresse, wenn es mal wieder besonders liebreizenden Nachwuchs für die bedrohte Tierart gibt.
Den QR-Code der Immigration Registration will in Chengdu keiner der Mitarbeiter an den zahlreichen Stationen der Einreise mit Kamera- und Fingerabdruck-Kennung sehen, das sorgsam mitgeführte Einladungsschreiben auch nicht – man scheint nach der Registrierung bekannt. Das Gepäck ist angeblich auf dem Weg nach Zhengzhou und der FAS-Artikel bleibt beim erneuten Sicherheitscheck im Handgepäck.
Sonntag 19.4., 10:00 Uhr, gs
Die "Final Destination" der Fliegerei ist Zhengzhou in der Region Zentralchina, was auf der Karte aber nach Ostchina aussieht. Wem Zhengzhou nicht bekannt ist, darf sich eins wissen mit den mutmaßlich meisten Europäern, von denen aber einige etwas mit Zhengzhou verbindet, das sie täglich öfter in der Hand halten, als irgendwas sonst. Denn an drei Standorten in Zhengzhou produzieren 350.000 Mitarbeiter von Foxconn mehr als die Hälfte aller iPhones weltweit. Im Stadtgebiet leben gut 12 Millionen Menschen, selbst in der engeren Kernstand sind es laut Wikipedia Stand 2018 mehr als 4,5 Millionen.
Sonntag, 19.4., 8:25 Uhr, Gerd Stegmaier (gs)
Die Reise nach China beginnt mit einem Flug nach Rom. Und der Lektüre Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeit (FAS). Titelstory: Chinas doppeltes Spiel. Das Land horte Nahrung, Energieträger und kontrolliere Rohstoffe, um im Krisenfall von niemandem abhängig zu sein – und nutze Vorräte als strategisches Machtinstrument, zitiert die FAS das Institut Montaigne. Allein über die schiere Menge könnten Preise beeinflusst und Märkte verschoben werden. Aktuell bunkere China Öl, statt durch Freigabe von Reserven den Preis zu stabilisieren. Eine eher düstere Vorbereitung auf die Reise, für die dieses Mal kein Visum nötig ist. Aber eine Immigration Registration unter Angabe von Telefonnummer, Mailadresse, Geburtstag und -ort – und ein Foto vom Reisepass muss auch direkt in die App hochgeladen werden.

Angesichts von so viel Transparenz kommt der visafrei reisende Journalist schon mal kurz ins Grübeln, ob es ratsam ist, den mehr oder minder kritischen Artikel nach China einzuführen.
