Für Autohäuser wird es im Labyrinth der vielen Medienkanäle zunehmend schwieriger, mit Werbebotschaften ihre Kunden zu erreichen. Klassische Anzeigen, Radiowerbung und digitale Kampagnen konkurrieren um die Aufmerksamkeit potenzieller Autokäufer. Gleichzeitig verändert sich die Mediennutzung: Immer mehr Menschen schauen Filme, Serien und andere Videoinhalte über Streaming-Dienste. Für den Automobilhandel war dieser Werbekanal aber bislang schlicht zu teuer.
Der Hamburger Digitalmarketing-Spezialist Esome will den Handel nun an die Hand nehmen und hat eine Self-Booking-Plattform vorgestellt, über die auch kleine und mittelständische Unternehmen Werbung auf Streaming-Angeboten wie Netflix, Prime Video, Joyn oder YouTube buchen können. Die Kampagnen lassen sich regional und zielgruppenspezifisch ausspielen.
Streaming-Werbung statt Anzeigenblatt?
Bislang war Werbung auf großen Streaming-Plattformen häufig mit aufwendigen Buchungsprozessen und vergleichsweise hohen Budgets verbunden. Und, ganz ehrlich, für die Kfz-Werkstatt um die Ecke war das schlicht keine Option. Mit dem neuen Vorstoß versucht Esome, diese Einstiegshürden zu senken. Kampagnen können wohl bereits ab einem Budget von 3.000 Euro gebucht werden. Anscheinend ist die Buchung innerhalb weniger Minuten möglich.
Für den Automobilhandel können sich daraus verschiedene Einsatzmöglichkeiten ergeben. Ein regionales Autohaus könnte beispielsweise die Einführung eines neuen Modells im eigenen Einzugsgebiet bewerben, auf eines dieser klassischen Bretzelfeste hinweisen oder gezielt für seine Werkstattdienstleistungen werben. Auch saisonale Themen wie der Reifenwechsel, der Fahrzeugcheck vor der Urlaubsreise oder Angebote für Gebrauchtwagen kommen infrage.
Auch neue Plattformen brauchen Spots
Der Haken: Kaum ein Autohaus verfügt über eigene Werbespots oder das Budget für eine aufwendige Filmproduktion. Doch auch in diese Lücke will Esome hinein preschen. Auf Grundlage vorhandener Materialien wie Bildern, Logos und anderen Werbeinhalten entwickelt das Unternehmen kurze Videospots mit einer Länge von zehn bis 15 Sekunden.
Ob sich der Einsatz wirtschaftlich lohnt, hängt allerdings von mehreren Faktoren ab. Entscheidend sind neben der regionalen Reichweite auch die tatsächlich erreichbare Zielgruppe, die Kosten pro Werbekontakt und die Qualität des Werbespots. Zudem dürfte für Händler interessant sein, wie sich der Erfolg einer Kampagne messen lässt – etwa anhand zusätzlicher Websitebesuche, konkreter Anfragen oder vereinbarter Probefahrten.
