Das Projekt Fellows Ride erweitert sein Engagement mit Partnern aus der Motorradbranche

Mit Helm, Haltung und Hilfsangeboten

ArtikeldatumVeröffentlicht am 06.06.2026
Mit Helm, Haltung und Hilfsangeboten

Aus Awareness wird Alltagshilfe – und das mit bemerkenswert viel Bodenhaftung. Dass die Initiative dabei immer stärker Rückhalt aus der Motorradwirtschaft erhält, zeigt auch die wachsende Zahl engagierter Partner. Unternehmen und Händler wie hmf Würzburg, das Motorradhaus Ebert, RMS Travel-Equipment, Ducati Wolfsburg, Limbächer oder Würzburg Village unterstützen Fellows Ride und tragen dazu bei, das Thema mentale Gesundheit sichtbar in die Motorradszene hineinzutragen.

Mehr als 30 Motorradkorsos in Deutschland und in aller Welt hat Fellows Ride für dieses Jahr angekündigt. Der Startschuss fiel im Mai im US-Bundesstaat Wisconsin, die nächsten Touren führen unter anderem nach München und Leipzig. Die Maschinen bleiben also weiter das sichtbarste Symbol der Bewegung. Doch hinter dem satten Sound der Kolonnen wächst ein zweites Standbein heran – getragen auch von einem breiten Netzwerk aus Motorradhandel, Zubehöranbietern und regionalen Partnern.

Unter dem Titel "Erste Hilfe Mentale Gesundheit" (EMG) entwickelt Fellows Ride ein neues Schulungsprogramm. Ziel ist es, Menschen fit zu machen für Situationen, in denen psychische Belastungen oft übersehen werden – etwa bei älteren Menschen, in Pflegeeinrichtungen oder im familiären Pflegealltag. Statt bloßer Betroffenheitsrhetorik setzt die Initiative damit auf praktische Unterstützung: erkennen, ansprechen, helfen.

Das ist durchaus ein Kurswechsel: Bisher war Fellows Ride vor allem für seine öffentlichkeitswirksamen Motorradkorsos bekannt, die Aufmerksamkeit für Depressionen schaffen und Spendengelder für regionale Hilfsprojekte sammeln sollten. Künftig sollen zusätzlich Basiskurse, Angebote für pädagogische Fachkräfte sowie Formate für Eltern und pflegende Angehörige etabliert werden. Der Anspruch dahinter: mentale Gesundheit nicht nur auf Bühnen und Straßen diskutieren, sondern mitten ins Leben holen.

Besonders im Fokus stehen psychische Erkrankungen im Alter – ein Thema, das oft im Schatten anderer Debatten bleibt. Fellows Ride verweist auf alarmierende Zahlen: 2024 nahmen sich laut Initiative bundesweit 10.372 Menschen das Leben, darunter mehr als 2500 Menschen über 80 Jahre. Gleichzeitig kritisiert die Organisation lange Wartezeiten auf Therapieplätze und eine aus ihrer Sicht unzureichende Berücksichtigung psychischer Erkrankungen im Pflegebereich.

Die Rides selbst bleiben dennoch Herzstück des Projekts. Organisiert werden sie weiterhin von lokalen, ehrenamtlichen Teams – mit viel Engagement, Benzingeruch und klarer Botschaft. Ein Teil der Einnahmen aus Teilnehmerbeiträgen und Spenden soll auch künftig in regionale Gesundheitsprojekte fließen, ebenso in kostenfreie Kursangebote etwa für Pflegeeinrichtungen. Fellows Ride bleibt also laut auf der Straße – will aber künftig auch dort helfen, wo es still wird.